Energieausweis

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen dem Verbrauchsausweis und dem Bedarfsausweis.

Der Energieausweis für Gebäude ist seit dem 01. Oktober 2007 unter bestimmten Bedingungen Pflicht.

Seit 21. Nov. 2013 wurde durch die ENEV 2014 die Pflicht verschärft. Das Bußgeld kann bis zu 15.000 EUR betragen.

Verkäufer oder Vermieter müssen einen Energiepass besitzen und ungefragt vorlegen bei einer Besichtigung der Immobilie.

Darüber hinaus besteht die Pflicht, Energieausweise öffentlich sichtbar zu machen bzw. auszuhängen, gilt nur für gewerblich genutzte Gebäude mit mehr als 500 m² Nutzfläche und großem Publikumsverkehr, also beispielsweise Kaufhäuser, etc.

Seit dem 08.07.2015 betrifft diese Pflicht Gebäude bereits ab 250 m² Nutzfläche. In diesen Gebäuden ist eine Aushangseite an einer für die Öffentlichkeit gut zugänglichen Stelle anzubringen.

Verbrauchsausweis oder einen Bedarfsausweis, diese Frage versuchen wir hier zu beantworten:

Der Verbrauchsausweis

Der Verbrauchsausweis orientiert sich an den tatsächlichen Verbrauchsdaten der Vergangenheit. Er wird aus den Daten von mindestens drei Abrechnungsperioden für alle Wohneinheiten des Gebäudes ermittelt – es gibt also keinen Energieausweis für einzelne Wohnungen, sondern nur einen für das ganze Haus. Bei der Berechnung des Verbrauchskennwertes im Energieausweis müssen länger andauernde Leerstände ebenso berücksichtigt werden wie die lokalen Witterungsverhältnisse für die einzelnen Abrechnungsperioden. Letzteres ist nötig, da ein besonders milder Winter ansonsten einen besseren energetischen Zustand des Hauses vorspiegeln könnte, ein besonders harter umgekehrt einen schlechteren Dämmzustand. Dies erfolgt durch die rechnerische Einbeziehung des so genannten Klimafaktors. Der Verbrauchsausweis enthält statt der Angabe zum Endenergiebedarf eine Zahl zum - tatsächlichen - Endenergieverbrauch.

Grundsätzlich gilt: Der Verbrauchsausweis ist generell zulässig für Mehrfamilienhäuser mit mindestens fünf Wohneinheiten sowie sämtliche Wohnhäuser, die nach 1977 gebaut worden sind oder nach 1977 saniert worden auf den Standart von den Bauvorschriften von 1977. Bei Gebäuden mit mindestens fünf Wohneinheiten geht der Gesetzgeber davon aus, dass das unterschiedliche Verbrauchsverhalten zahlreicher Bewohner sich gegenseitig nivelliert und ein Verbrauchsausweis demzufolge ausreichend ist.

Der Bedarfsausweis

Beim Bedarfsausweis wird der theoretische Energiebedarf eines Gebäudes durch ein technisches Gutachten ermittelt. Der Beurteilung liegen alleine bauliche Aspekte wie Heizungsanlage, Qualität der Fenster oder Dämmung zugrunde. Der bedarfsorientierte Ausweis wird bei Neubauten obligatorisch ausgestellt. Ansonsten ist er nur verpflichtend für alle Gebäude, die noch nicht die Vorgaben der Wärmeschutzverordnung von 1977 einhalten also vor 1977 gebaut sind oder nach 1977 nicht saniert wurden und weniger als fünf Wohneinheiten haben. Der Bedarfsausweis enthält sowohl einen Wert zum Endenergiebedarf als auch einen zum Primärenergiebedarf. Ist letzterer Wert höher als der Endenergiebedarf, ist von einer Beheizung mit einem weniger umweltfreundlichen Energieträger auszugehen.

Effizienzklassen im Energieausweis

Seit Inkrafttreten der EnEV 2014 erfolgt sowohl beim Bedarfs- als auch beim Verbrauchsausweis neben der Angabe des Energiekennwerts - angegeben in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr - eine Einordnung in Energieeffizienzklassen. Diese ähnelt der bekannten Skala, die Verbraucher auch von Elektrogeräten kennen. Passivhäuser erhalten das grüne Label A+-Label, alte, ungedämmte Häuser im schlimmsten Fall das rote H-Label.

Keinen Energieausweis brauchen Häuser, ...


Ausweis-Pflicht und Bußgeldandrohung

Der Energieausweis gilt zehn Jahre lang, danach muss ein neuer angefertigt werden. Beim Verkauf oder bei einer Neuvermietung muss der Energieausweis vorgelegt werden, ansonsten drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro.

Verbrauchs- und Bedarfsausweis: die Kosten

Der Verbrauchsausweis für Wohnhäuser bis 5 Wohnungen kostet 499 EUR. Bei größeren Wohnhäusern kann es nach Aufwand zu Mehrkosten kommen, dazu beraten wir Sie gerne. Der Bedarfsausweis kostet 499 EUR. Alle Preise inkl. 19 % MwSt.


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